Donnerstag, 19 Oktober 2017
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Hergenrath: BeiHergenrath Blumenkorso by x24.be der Nennung des Ortes „Heyenrot“ am 22.03.1280 dürfte es sich (gemeinsam mit Kelm(i)s) um die erste uns bekannte Erwähnung von Hergenrath handeln.


Nach dem Orte benannte sich auch ein Adelsgeschlecht, das uns mit dem als Stiftsherr der Aachener Münsterkirche am 14.02.1322 verstorbenen Hubertus de Heyenrot

begegnet.
Im selben Jahre werden Johannes Herghenrot und Johan van Hergenroit als Wohltäter der Burtscheider Abtei in den Totenbüchern derselben erwähnt.  Gyssen van Hargenroth war 1290 Dt- Ordensritter.

Ein anderes Adelsgeschlecht benannte sich nach der Eyneburg (im Volksmund Emmaburg genannt) und tritt uns 1260 mit einem Kanoniker
an St. Servatius in Maastricht namens Theoderich von Eyneberg entgegen. Das Geburtsjahr von „Theoderich de Eyneberghe“ /Eyneburg
dürften wir wenigstens einige Jahrzehnte früher ansetzen.


Die Ortsgrenzen von Hergenrath werden durch einige Wasserläufe bestimmt:
Die Göhl grenzt das Dorf nach Süden gegen Astenet/Walhorn, der Tüljebach nach Westen gegen Neu-Moresnet/Kelmis ab.
Im Lontzenerbachtal stößt Hergenrath an die Ausläufer von Lontzen. Nordwestlich grenzt der Ort an den Aachener Stadtwald.

Unser Dorf wurde schon in grauer Vorzeit besiedelt. In der Brennhaag gefundene Besiedlungsspuren weisen in die Jungsteinzeit. Der heutige
Ort ist eine Rodungs-Siedlung, wie die Endung „rath“ zeigt, wobei die Bedeutung des ersten Namensteil „Hergen“ umstritten ist.

Geologische Besonderheiten
Von Südwest nach Nordost streichende Kalkvorkommen sind Sedimente eines in der Devonzeit vorhandenen tropisch-warmen Flachmeeres.
Der Kalk wurde von jeher als Baustein und Düngekalk genutzt. Größere Kalköfen entstanden in der Brennhaag (dort auf Walhorner Gebiet) zu
Beginn des 20. Jahrhunderts.
Neben dem Kalk hatte Hergenrath auch größere Tonvorkommen, die im 19. und 20. Jahrhundert abgebaut wurden.
Die Tonwarenfabriken Dick (an der Bahn) und Schmetz (Bahnhofstraße) lieferten Dachziegel, Bodenfliesen, Brunnensteine, usw.

Das in der Devonzeit vorrückende Meer ließ mächtige Dünenbänke zurück, die in unserer Zeit massiv abgebaut worden sind. Der Sand fand
vornehmlich im Straßenbau Verwendung.

Auch die Textilindustrie hat im 19. Jahrhundert in Hergenrath im mittelständischen Unternehmensbereich Arbeit und Brot geboten. Die ursprüngliche
Hergenrather Getreidemühle war zu einer Spinnerei umgebaut worden.

Auch auf Schievenhövel wurde im 19. Jahrhundert wurde eine ehemalige Lohmühle zur Wollwäscherei und Wollspinnerei umgebaut.
Die vielseitige industrielle Tätigkeit bot viele Arbeitsstellen. Meist betrieben die Familien auch noch eine kleine Landwirtschaft mit 2-3
Milchkühen.
In den 60ger Jahren begann in der Landwirtschaft ein Konzentrations- und Schrumpfungsprozess, dem die kleinen Nebenerwerbsbetriebe zum
Opfer fielen.
Zurzeit zählt Hergenrath noch zwei landwirtschaftliche Vollbetriebe.

Die Bemühungen der Gemeinde, mittelständische Unternehmen anzuziehen, fanden ihren Ausdruck in der Schaffung einer Gewerbezone auf dem Gelände der ehemaligen Tonwarenfabrik Dick (später Leonard) wo sich inzwischen mehrere Holz bzw. Metall verarbeitende Betriebe etabliert haben.

Bahnanschluss erhielt Hergenrath durch den Bau eines Bahnhofs im Jahre 1884. Ein baulich beachtenswertes Monument war die
Hammerbrücke, die das Göhltal an der Ortsgrenze Hergenrath-Hauset überquert.
Am 10. Mai 1940 –bei der Sprengung der Brücke- fielen hier die ersten belgischen Soldaten des 2. Weltkrieges.
Dem Wiederaufbau von 1940 folgte eine erneute Zerstörung im September 1944 sowie ein Wiederaufbau 1949-1950.
Beim Ausbau der Strecke Aachen-Lüttich für den Hochgeschwindigkeitszug erwies sich ein Neubau der Brücke als unumgänglich.  Durchgeführt wurde dieser Neubau 1997-1999.
Hergenrath zählt zurzeit etwa 2500 Einwohner.

Der berühmte Hergenrather Blumenkorso finden alle 2 Jahre statt. Der nächste im Sommer 2013. Mehr Informationen über die Geschichte finden Sie hier.

 

Quelle : KIKAFEKOI KELMIS Stand 2009 www.kelmis.be

Alfred Bertha Geschichtsverein Kelmis